Parabolspiegelscheinwerfer, PAR-Scheinwerfer

19. November 2007 Kategorie Allgemein, Lexikon VA-Technik |

Grundsätzliches / Verwendung

PArabol Reflektor-Scheinwerfer gehören zu den klassischen Beleuchtungseinrichtungen auf annähernd jeder Bühne, in Studios und in Theatern. Allen Scheinwerfertypen gemein ist ihr “hartes Licht” durch die eng gebündelten Lichtstrahlen, die verhältnismäßig günstige Produktion (somit Anschaffung) und ihr einfacher Aufbau.
Klassische Parabolspiegel-Scheinwerfer sind oftmals für die hohe Leuchtdichte mit einem Niedervoltleuchtmittel ausgerüstet (und externem Vorschaltgerät). Häufig werden Parabolscheinwerfer zur flächigen Ausleuchtung von Szenenflächen verwendet, je nach Typ allerdings auch zur Effektbeleuchtung.

Aufbau

Diese Scheinwerfer zeichnen sich durch Ihren Parabolspiegel und die Brennerstellung im Brennpunkt des Spiegelsystemes aus. Der Spiegel gibt wie in Abbildung 1 zu sehen das von ihm ausgeworfene Licht achsparallel wieder und die im Zentrum auftreffenden Lichtstrahlen schneiden sich erneut im Brennpunkt.

Parabolspiegel einfach Abbildung 1

Wie die Skizze zeigt, treten bei einem solchen System ohne weitere Modifikationen ebenso Lichtstrahlen ungerichtet zur Seite aus. Dieser Aufbau entspräche einem einfachen Parabol - Spiegelscheinwerfer ohne Linse.
Um ungerichtet austretenden Lichtstrahlen vorzubeugen verwendet man häufig kuppenverspiegelte Brenner in solchen optischen Systemen (Abbildung 2).

Parabolspiegel mit kuppenverspiegeltem Brenner Abbildung 2

PAR - Scheinwerfer

PAR-Blazer (auch PAR-Lites umgangssprachlich PAR-”Kanne”) sind die meist in der Veranstaltungstechnik verwendeten und wohl auch bekanntesten Scheinwerfer mit parabolförmigen Spiegel. Oft nur in der Kurzform als PAR 64, PAR 56 etc. benannt, wobei die Zahl die Größe des Reflektors (Durchmesser in Inch) bezeichnet.
Der komplette Scheinwerfer besteht hierbei aus einem einfachen Aluminium-Gehäuse, einer Lampenfassung, der Stromzufuhr (Kabel), dem Reflektor und dem Brenner - letzteres ist bei PAR-Scheinwerfern einzeln als Raylight, oder kombiniert als Preßglaslampe erhältlich.

  • Raylights bestehen aus einem externen Aluminium Reflektor (Raylightreflektor) und einem Brenner. Eine kostengünstige Variante für den Bühneneinsatz, jedoch besteht bei diesem System keine Einstellmöglichkeit
  • Preßglaslampen für PAR-Scheinwerfer sind als geschlossenes, optisches System selbst zu betrachten. Sie beinhalten bereits die Glühwendel, den Spiegel, die Fassung und das Frontglas im festen Verbund (Sealed Beam PAR). Diese Einheiten beeinflußen den Lichtaustritt auf Grund Ihrer Glaslinse, die für eine elliptische Lichtverteilung sorgt. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen VNSP = Very Narrow SPot, NSP = Narrow SPot, MFL = Medium FLood und WFL = Wide FLood
    (Leuchtmittel: CP-60 = eng abstrahlend, CP-61 = mittel abstrahlend,CP-62 = breit abstrahlend, für VNSP siehe auch ACL).
    Preßglaslampen (Abbildung 3) sind ebenso nicht zu fokussieren, allerdings ist auf das Einsetzen im Gehäuse zu achten da die elliptische Lichtverteilung durch drehen der Einheit ausgerichtet werden kann. Die Oberflächen der Glaslinsen sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich wie z.B. “matt” oder “klar” (wie bei Vorsatzlinsen von Parabolspiegelscheinwerfern).

Parabolspiegel mit Vorsatzlinse Abbildung 3

 

Sonderformen

Parabolspiegelscheinwerfer aus dem Theaterbereich gibt es mit verschiedenen Vorsatzlinsen je nach Anwendungsfall. Der Aufbau ist dem eines Raylights mit separater Glaslinse ähnlich. Ebenso kommen im Theater und Architekturbereich Parabolspiegelscheinwerfer mit Entladungslampe zum Einsatz, diese teils mit ausgesprochen hohen Leistungen (bis ca. 12.000W).

Der Bereich von Scheinwerfern mit Parabolspiegel-System läßt sich nicht ganz exact auf einen jeweiligen Typ begrenzen, da es mittlererweile viele Sonderformen und verschiedene optische Kombinationen gibt (NV-Lampen mit/ohne Vorsatzlinse, HV-Lampen mit/ohne Vorsatzlinse, …)

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